JOHN LENNON NYC. Warum tötet man einen Künstler?

Von Guenter Verdin

Fragen ueber Fragen. Zwischen den Fragen: “Wie erfindet man sich neu, wenn man ein Beatle war und Geschichte geschrieben hat? ” und: “Warum tötet man einen Künstler?” entwirft Regisseur Michael Epstein im Film “Lennon, NYC” (Arte) unter kräftiger Mithilfe von Yoko Ono ein schillerndes, detailreiches Porträt eines der groessten Songwriter-Genies der Popmusik. Um sich neu entdecken zu können, zog John Lennon mit seiner zweiten Frau Yoko Ono im August 1971 nach New York.”Ich hätte in New York geboren werden müssen!” sagt John in einem der zahlreichen Gespräche, immer bereit, sein Innerstes nach aussen zu kehren. Diesen absoluten Hang zur Ehrlichkeit rühmen Mitmusiker wie Klaus Voormann oder die Gitarristen Earl Slick und Hugh McCracken auch an seinen Liedern , die die Sehnsucht nach Liebe und Frieden einer ganzen Generation ausdrückten . Als politischen Aktivisten musste sich Lennon in New York keineswegs neu erfinden, mit einem einwöchigen Bed-in im Amsterdamer “Hilton” hatte er zusammen mit Yoko Yono bereits ein kräftiges Zeichen für den Frieden gesetzt. So deutlich und engagiert wie auf dem Album “Some Time in New York City” hatte Lennon aber noch nie Stellung genommen. Seine politischen Aktivitäten brachten ihm eine Menge Ärger mit den Einwanderungsbehörden ein. Erst 1975, nachdem Präsident Richard Nixon über Watergate gestürzt war, erhielt Lennon seine Green Card. Wie Regisseur Epstein Hoechstprivates, Interviewpassagen, bisher unveröffentlichtes Studiomaterial und Live-Mitschnitte im flotten Wechsel montiert,
ist mitreissend und unterhaltsam auf hohem Niveau. Dass John Lennon die d-Saite seiner Gitarre seit seiner Jugend stets auf des stimmte, hatte den Grund darin, dass er herausgehört werden wollte. So konnte er schon seiner geliebten Tante Mimi zu Beatles-Zeiten erklären:”Der Verstimmte war ich!”
“Warum tötet man einen Künstler ?” schrie Yoko Ono in tiefster Verzweiflung, als John am 8. Dezember 1980 vor seinem Wohnhaus von einem irren Fan ermordet wurde. John Lennon aber hätte anders gefragt: “Warum tötet man Menschen?”

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