Mineralölfreier ADVENTKALENDER.19.Dezember

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Liebe Kinder, nicht nur Ihr, auch die Erwachsenen wollen das Christkind sehen

ERICH SOKOL: Auch der PLAYBOY druckte seine Bilder

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Im kommenden Jahr wäre der österreichische Karikaturist ERICH SOKOL 80 Jahre alt geworden, der Todestag jährt sich zum zehnten Mal. Sokols Cartoons für den „Playboy“, die ihn weltberühmt gemacht haben, wurden schon 2010 im KARIKATURMUSEUM KREMS gezeigt, jetzt sind hier auch unbekannte Arbeiten aus frühen Jahren zu sehen.
Der Schauspieler und Regisseur Otto Schenk , einer der Porträtierten über die Schau: „Der Karikaturist muss, wie der Schauspieler auch, den Moment treffen. Erich Sokol war darin ein ganz Großer, denn da, wo die Objekte seiner Karikatur längst verstorben sind, leuchten die Werke noch immer – ich bin berauscht durch die Schau gegangen, bin begeistert von seiner Genialität, denn Sokol war einer, der geschaut und durchschaut hat.“

(Bis 19. Mai 2013).

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Richlings Letztes Abendmahl in Weinheim

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Letztes Abendmahl des Kabinetts

Weinheim. Mathias Richling beherrscht etwas Schwieriges: Politiker-Parodien ohne plumpe Nachahmung. Er seziert ihre Persönlichkeit so lange, bis sie Eigenarten und Ticks zeigen, die sie in Wirklichkeit gar nicht haben, aber aufgrund ihres Auftretens haben könnten. Man denke nur an “seine” Ulla Schmitt, die ehemalige Gesundheitsministerin, die er ständig die Nase hochziehen ließ, weil sie so nasal sprach oder “seinen” Franz Müntefering, der zwischen den Reden Schnappbewegungen mit den Lippen vollführte.

Mit seinem aktuellen Programm “Der Richling Code”, unter der Regie von Günter Verdin, gastierte der gebürtige Waiblinger am Samstag in der Stadthalle, wo er mit enthusiastischem Beifall und häufigem Zwischenapplaus gefeiert wurde. Das Bühnenbild beschränkt sich nicht, wie im Kabarett sonst üblich, auf Stuhl und Mikro. Da er den Namen seines Programmes von dem Romantitel “Der Da Vinci Code” ableitet, bildete Da Vincis berühmte Abendmahlszene den Hintergrund. Im Vordergrund ist eine lange Tafel mit Namensschildern aufgebaut: das letzte Abendmahl des Kabinetts.

Selbstverständlich übernimmt Richling von Bosbach über Pofalla bis Gysi alle Rollen, schlüpft authentisch in die Rollen. Den Mittelpunkt der Tafel bildet ein roter Blazer auf einem Kleiderständer, hinter den sich Richling nach Bedarf stellt, sein spitzbübisches Gesicht herausschauen lässt und die Hände zum berühmten Dreieck formt. Ehe er im Merkel’schen Tonfall die Unzufriedenen im Lande warnt. “Wir können auch mal anfangen zu regieren, dann hört der Spaß aber auf.” Zur Gesundheitspolitik: Man kann sich kaum noch erlauben, krank zu werden. Dafür kann man jetzt, wie früher auf seine Rolex, auf seinen Novo-Virus stolz sein.

In Gedankensprüngen kommt er zu neuen Themen, während er über die Bühne wieselt. Genial gerät sein “Maischberger-Interview” mit dem Kettenraucher der Nation, Helmut Schmitt. Richling hat jede Bewegung und Angewohnheit einer Person studiert. So lässt er den Altkanzler nach der Frage zur Eurokrise erst einmal inhalieren, schmatzen und husten, ehe er antwortet: “Das interessanteste an der Eurokrise ist, dass es sie gar nicht gibt.”

Richlings kunstvolle Masken, die er ihm Fernsehen zu seinen Parodien trägt, werden nicht vermisst.

Köstlich ist seine Bundespräsidenten-Rede, die er mit “Ehre sei Gauck in der Höhe” beginnt und weiterspinnt, “Euch ist ein Bundespräsident geboren. Ich danke mir, dass Ihr die Geduld hattet, auf mich zu warten.” Dann schiebt er einen Stuhl heran und man ahnt, was jetzt kommt. “Sie können dankbar sein, dass wir uns ein Sparpaket ,leischten‘ können”, meint unser aller Finanzminister. Und diese 190 Millionen für Griechenland seien ja nur eine Bürgschaft. Wenn die wirklich mal gebraucht würde, könne man sie mit Kreditkarte bezahlen. “Dann bleiben uns immerhin noch vier Wochen, bis sie abgebucht wird.” Auch Schuldenberater Peter Zwegat wird samt Grimassen parodiert.

Das Lachen sitzt beim Zuschauer weniger locker, wenn Richling einen roten Mantel überwirft und als Kardinal Zollitsch feststellt, dass ein Priester ja gar keinen Intimbereich zu haben pflege. Mit dem Zöllibat sei ja nur die Ehe zwischen Mann und Frau gemeint, von Kindern sei keine Rede. Doch Richling endet humorvoll. Neu Im Programm hat er seinen Winfried Kretschmann. Bewegung und Stimme sind nahezu identisch. Das Publikum tobt. Wer nach zwei Stunden ohne Pause immer noch nicht genug Richling hatte, konnte am Büchertisch sein Buch “Deutschland to go” erstehen und mit dem Altmeister der Satire ein Schwätzchen halten. rav

Aus:
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Mineralölfreier ADVENTKALENDER.18.Dezember: KARL KRAUS WEIHNACHT

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Karl Kraus
Weihnacht

Als ich am heiligen Abend mit einem Freunde reiste, um der Stimmung zu entgehen, zu der uns die Stimmung fehlte, erkannte ich, wie sich das Bild der Welt verändert hat, seitdem ihr die Stimmung vorgeschrieben ist. Drei Handlungsreisende, die in der dritten Wagenklasse nicht mehr Platz gefunden hatten, drangen in unser Coupé und begannen sofort von Geschäften zu sprechen. Sie sprachen aber in einem Ton, der etwa den Ernst jenes Lebens offenbarte, aus dem die Anekdoten ihren Humor schöpfen. Wir räumten das Feld, und nachdem wir eine Weile von draußen einem Kartenspiel hatten zusehen müssen, bekamen wir Plätze in der ersten Klasse angewiesen. Dort erkannte ich die Bedeutung dieses Abenteuers in dieser Nacht. Wer ohne Abschied von Gott den Zug bestiegen hat, wird ihn als guter Christ verlassen. Er ist bekehrt, er sehnt sich wieder nach dem Duft von Harz und Wachs und Familie. Ihm, nur ihm wurden solch heilige drei Könige gesendet … So hätten auch wir unsere Weihnacht erlebt, wenn nicht die Stimmung, der wir uns also ergeben mußten, durch eben jene wieder gestört worden wäre. Denn sie drangen nun auch in die erste Klasse und verlangten Genugtuung, weil sie vermuten zu können glaubten, daß wir uns über ihr morgenländisches Betragen beim Schaffner beschwert hätten. Sie sagten stolz, sie seien Kaufleute. Sie zogen die Stiefel aus und spielten Tarock. Sie borgten sich die Ehre von Gott in der Höhe, nahmen den Frieden von der Erde und waren den Menschen kein Wohlgefallen. Wir aber, die den Weihnachtstraum wieder entschwinden sahen, beugten uns vor der Übermacht der Religion, für die sie reisten … Wer vermöchte sich ihr zu entziehen? Sie drang aus der dritten empor in die zweite Klasse und sie übt Vergeltung bis in die erste Klasse. Im Diesseits und im Jenseits gewinnt sie um geringern Lohn den bessern Platz. Sie läßt das Leben nicht zur Ruhe kommen und in der Kunst erreicht sie es mühelos, daß man ihr die bequeme Geltung einräumt. Sie ist da, und man flüchtet auf den Korridor. Zieht man sich dann aber in die Unsterblichkeit zurück, so verschafft sie sich auch dort Einlaß. Sie ist da und dort. Vor der Allgewalt des Geschäftsreisenden ist in der Welt des heiligen Geistes kein Entrinnen.

SOKO DONAU: Der Gärtner ist wieder nicht der Mörder!

TV KRITISCH
UND DER MÖRDER IST WIEDER NICHT DER GÄRTNER!
Günter Verdin

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(Vater und Sohn Ribarski: Otto Sander und Stefan Jürgens )

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Soko Donau (ORF,ZDF) gerne die Cobra 11(RTL) wäre. Im augenzwinkernden , oft etwas irrationalen Aufbau von Spannung sind die beiden TV-Serien einander durchaus ähnlich, auch in der Konstruktion ebenso überraschender wie völlig unwahrscheinlicher Schlusswendungen.

Nur: auf der Autobahn, dem Hauptarbeitsfeld der Cobra11, ist meist die Action-Hölle los; bei der Wurstsemmerl-Connection am Wiener Handelskai wird gemütlicher ermittelt; eine rasante Motorradfahrt über den Gehsteig , wie in der jüngsten und 100. Folge mit dem Titel “Familienbande” , ist denn auch schon der Höhepunkt beschleunigt ungesetzlichen Fortkommens.

Als Ersatz für Action wird uns viel Psycho-Logik angeboten. Major Carl Ribarski (Stefan Jürgens) schleppt ein traumatisches Kindheitserlebnis mit sich herum: er hält seinen Vater für den Mörder seiner Mutter. Damit nicht genug der Familienbande: bei den Nordbergs kriselt es auch. Der Herr des Hauses geht fremd und wird schließlich verdächtigt, seine Frau kaltblütig erschossen zu haben. Dann taucht der Gärtner auf und legt ein Geständnis ab.

Drehbuchautor Stefan Brunner haut dankenswerterweise nicht wie seine Kollegen vom ARD-“Tatort” über die Erzählstränge: er führt die Familiensagas der Ribarskis und der Nordbergs parallel, wobei Vater Ribarski noch kurz vor seinem Tod den wahren Sachverhalt aufklären kann. Dass beim gewaltsamen Todesfall der Frau Nordberg ausgerechnet das Opfer selbst es den Kommissaren so schwer wie nur denkbar gemacht hat , ist ein eher schräger Einfall des Autors. Sozusagen ein Schuss in den Ofen! Was sich hinter der sprichwörtlichen Andeutung verbirgt, wird die Leserschaft erkennen, wenn sie die Ermittlungen der Soko Donau bis zum Ende verfolgt.

(ORF Eins, Mittwoch, 19. Dezember 2012, 20Uhr 15)

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