TATORT “Melinda”: zwischen Action und Klamotte

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(Nicht nur in Kleiderfragen nicht stilsicher: der neue saarländische Hauptkommissar Jens Stellbrink, gespielt von Devid Striesow)

Von Günter Verdin

http://www.verdinguenter.blogspot.com

Einen Kommissar als “durchgedrehte Knalltüte” – das gab es in dieser Vehemenz und Konsequenz, wie der Schauspieler Devid Striesow den neuen saarländischen Hauptkommissar Stellbrink im ARD-Tatort “Melinda” anlegt, noch nie. Dieser Stellbrink ist mehr wunderlicher Clown ,mit einem sehr schlechten Geschmack in Kleidungsfragen , als ernstzunehmender Polizist. Dieser freundliche Kindskopf, der brav seiner Mama am Telefon erklärt, dass seine Versetzung nach Saarbrücken kein Abstieg sei, ermittelt auf Teufel komm raus und ohne Rücksicht auf Verluste.

Noch mehr durchgedreht als Stellbrink ist allerdings die Staatsanwältin Nicole Dubois : Sandra Steinbach outriert, als bewerbe sie sich für eine Rolle beim “Bullen von Tölz”.

Dabei geht es in dem Fall, den die Drehbuchautoren Lars Montag und Dirk Kämper konstruieren, um eine ernste Sache, nämlich um von arabischen Mafiosi als Bodypacker missbrauchte Kinder. Die Drogen werden dabei in magensaftresisten Kunststoff verpackt und geschluckt ,
was gesundheitsgefährdend, ja, tödlich sein kann, wenn die Beutel platzen.

Weder Drehbuch noch Regie (Hannu Salonen) gelingt es, eine klare Absicht hinter dem filmischen Wechselbalg aus Groteske und Action sichtbar zu machen. Sogar die Verfolgungsjagden zwischen Polizisten und Gangstern bremsen sich selbst im Slapstick aus. Bewundernswert ist in diesem Zusammenhang, wie Elisabeth Brück als Kommissarin Marx in dem Narrenkessel klaren Kopf behält: sie widersteht den Anfechtungen zur Klamotte, so dass wir als Zuseher das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der (saarländischen) Polizei nicht ganz verlieren.

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2 thoughts on “TATORT “Melinda”: zwischen Action und Klamotte

  1. Der Einschätzung kann ich mich leider nur anschliessen.
    Wochenlang in allen Medien hochgepusht .
    Keine Gazette ohne ein paar Bemerkungen .
    Keine Talk-Show ohne Devid Striesow.
    Und dann eine solche Vorstellung.
    Einfach nur peinlich und beschämend.
    Vor allem wenn man bedenk.dass die Figur von Devid geboren wurde. Er hat das Meiste des Charakters u äusserlichen Erscheinung sowie des Auftretens des Jan Stellbrink bestimmt. Das waren keine Vorgaben des Drehbuches.
    Das finde ich einfach traurig. Soetwas kommt heraus ,wenn man mit aller Macht anders sein will, selbst bestimmen und sich selber darstellen.
    Schuster bleibe bei deinen Leisten.
    Devid bleibe bei Drehbuchfilmen aber bitte keinen Tatort.
    Börne u Thiel kann niemand kopieren .
    Und Devid als Tatort Kommissar geht garnicht.
    In der Branche kann niemand kiffend mit Kopfhörern durch den Wald springen.
    Das ist eine erstzunehmende Arbeit und kein Vergnügungstripp.
    Aus Achtung vor echten Polizisten sollte man weiterhin solche Filne wirklichkeitsnah dq

    • Den oben genannten Text schrieb ich per Handy und mir ist beim Durchlesen gerade aufgefallen, dass ich gar nicht zusammen geschrieben habe und auch den Text nicht beendet.

      Aus Achtung vor den “echten” Polizisten sollte man weiterhin solche Filme wirklichkeitsnah drehen und sie nicht mit solchen sogenannten Kommissaren lächerlich machen.

      Sogar gestern die Bemerkung von einem Komiker bei der Verleihung der “Goldenen Kamera” , seine Slapsick hätte sogar für den Saarlandtatort gereicht, lässt doch tiefer blicken, dass sogar Kollegen nicht anders können, als eine Bemerkung los zu werden.

      Jeder, der die bisherigen Filme von Devid kennt, hatte hohe Erwartungen und hat sich auch gefreut,
      aber genauso wurden alle enttäuscht ,
      während der Tatort lief, wurden 5000 KOmmentare auf der SEite des Tatortes bei Facebook gepostet,
      95% waren negativ, sehr negativ, von Striesow-Fans , die sich auf ihn freuten und dann so herbe enttäuscht wurden.

      Ein solch ernstes Thema wurde einfach verschandelt.
      Schade um die Ernsthaftigkeit des Themas, es hätte eine andere Darstellung verdient.

      So bleibt doch zu hoffen, dass die kommenden Filme mit Devid wieder Format haben und es eine absolute Ausnahme gewesen ist, diese lächerliche Trivialität.

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