WIENER OPERNBALL UND DER GLÖÖCKLER VON NOTRE DAME

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(Sie kann nix dafür: die Wiener Staatsoper)

Der Wiener Opernball ist nicht umzubringen, auch nicht durch eine ORF-Übertragung. Dieses Jahr war es besonders schlimm! Worum geht es beim Opernball (abgesehen von der Million Euro Reingewinn für die Staatsoper)? Der Opernball ist ein Fest der Künstler, der Musik, der Roben und der Tanzbegeisterten . Ein guter Fernsehregisseur braucht eigentlich nur die Kameras draufzuhalten auf das von der Staatsopern-Direktion zusammengestellte, diesmal etwas konzeptlos wirkende Eröffnengsprogramm. Für die Sendezeit davor würde ein guter Regisseur mit seinem Kreativ-Team versuchen, dem Fernsehzuschauer die knisternde Spannung zu vermitteln, die über einem Ereignis liegt, dessen Grundprinzip das Sehen und Gesehenwerden ist.

Der ORF hingegen liefert zwei Stunden lang einen Showstopper nach dem anderen. Die Lollobrigida kommt an! Bevor uns noch ein Oh und ein Ah entkommen kann, hat die Regie weitergezappt zu einem wahnsinnig spannenden Interview mit dem Krönchen-Designer. In der gleichen Weise wird nicht nur der schräge Auftritt des selbsternannten Kult-Designers aus Deutschland in einer sechsspännigen Kutsche versemmelt, sondern auch die Ankunft des Bundespräsidenten!

Während der Eröffnungszeremonie, die Zehn nach Zehn startet, gibt es dann doch noch eine kleine Überraschung: die beiden Kommentatoren Trenkwitz und Hohenlohe, die die Tanzeinlagen des Staatsopenballetts wieder hoffnungslos zugequatscht haben, halten während der Ouvertüre zu Mozarts “La Clemenza di Tito” tapfer den Mund, ein Insert informiert den Zuseher ; na, geht doch! Den besten Gag des Abends verdanken wir immerhin auch Trenkwalder und Hohenlohe. Der oben erwähnte Modedesigner , dem nachgesagt wird, er mache mit seiner schwulstigen Mode jede Prinzessin zur durchschnittlichen Hausfrau, pflegt einen innigen Kontakt zu Gina Lollobrigida. Trenkwitz:”Sie haben gemeinsam in einem Film gespielt: ,Der Glööckler von Notre Dame’ ”

BERICHT AUS DEM JAHR 2012
OPERNBALL 2012

Sie, liebe Leserin, werter Leser, tanzen auf einem dieser wunderschoenen Bälle im exquisiten blumenverschönten Ambiente, und Ihr Partner oder Ihre Partnerin plaudert und tuschelt und hört nicht auf zu reden. Stellen Sie sich das bitte vor, oder sehen Sie sich einfach die ORF-Übertragung vom 56.Wiener Opernball an. Der ORF bietet fünf Moderatoren auf, um das Ereignis, das im Wesentlichen von wunderbarer Musik , von Tanz und natürlich von Sehen und Gesehenwerden lebt, – Pardon!- zuzuquatschen. Wir wissen jetzt endlich nach lange währenden drei Stunden, dass so ziemlich alle prominenten Ballbesucher Wien toll, die Staatsoper wunderschön und den Opernball einzigartig finden. Wie wenig die Regie den Smalltalk ernst nimmt, zeigt sich darin, dass die Kamera während der Gespräche fortwährend auf andere Schauplätze schwenkt. Während sich diesmal Karl Hohenlohe und Christoph Wagner Trenkwitz mit ihren Kommentaren waehrend der Programmeinlagen fast vornehm zurückhielten, tappte die insgesamt etwas zu ueberschwaengliche Barbara Rett in die Plauderfalle: während der temperamentvollen und furios gespielten Mitternachtseinlage der Philharmonics kommentierte die Kulturlady, als gälte es, ein Hoererlebnis zu verheimlichen.
Dringend empfohlen sei den Damen und Herren Kommentatoren das Befolgen simpelster Benimm-Regeln: liebe Frau Weichselbraun, man guckt nicht vor laufenden Kameras (und auch sonst) in die Handtaschen anderer Damen, auch wenn man das selbst lustig findet, und man hält älteren Damen zum Abschied nicht die Hand hin, sondern wartet, bis diese das anbieten. Auch Alfons Haider grapscht bei jeder unpassenden Gelegenheit: so reichte er gnädig auch der Ex-Opernball-Lady Lotte Tobisch die Hand. Mon Dieu! Das Fazit: die Moderatoren gaben wieder ihr Bestes und das ist nicht zu viel…

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