HILFE! SYLVIE VAN DER VAART IST IN ALLER LÄSTERMAUL!!!

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Das Klatschmagazin trifft den Nagel auf den Kopf: Sylvies Supertalent als Moderatorin ist wirklich minimal

Es gibt eine große, wirklich nicht zu unterschätzende Personengruppe, für die Klatsch Lebenselixier, wenn nicht Lebensersatz ist. Diese Klatsch-Genießer und die willfährigen Klatsch-Multiplikatoren wie BILD und BUNTE leben auf Kosten anderer. Die sind freilich nicht ganz unschuldig an dem Tamtam, welches um sie veranstaltet wird, weil sie die Medien solange für ihre Promotion-Zwecke einspannen, bis die heißhungrigen und gierigen Story-Verwerter den Spieß umdrehen.

Jüngstes Opfer dieser Promi-Verwurschtungsindustrie ist Frau Sylvie van der Vaart, bald geschiedene van der Vaart. Wen juckt es, mit wem Frau van der Vaart ihre Schäferstündchen verbringt? Ein französischer wenig charmanter Ex-Liebhaber und eine ehemals beste Freundin, die sich demnächst rechtmäßig Frau van der Vaart nennen darf, entblöden sich nicht, wahre oder erfundene Liebesgeheimnisse Sylvies unter die Meute zu streuen. Die Häme fällt auf die Lästermäuler zurück, mit denen wohl niemand fürderhin gut Kirschen essen oder Pferde stehlen will.

Über dem ganzen Quatsch geht völlig unter, dass Sylvie van der Vaart eine der bestverdienenden, wiewohl völlig talentfreien TV-Moderatorinnen Deutschlands ist. Darüber könnte man sinnieren oder diskutieren, dreckige Unterwäsche öffentlich zu waschen ist nur peinlich.

Frau Sylvie bald Ex-van der Vaart kommentierte bei ihrer Rückkehr aus Los Angeles die bösen Worte der einstigen Busenfreundin wie folgt:
“Ich finde es schade, dass es so viele Lügen und schlechten Geschmack ohne Stil gibt.“

Anmerkung für den nächsten Deutschkurs, liebe Frau Sylvie: wenn schlechter Geschmack Stil hätte wäre es ein guter Geschmack…

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TELE-FAX von GÜNTER VERDIN: “Schulz in the Box”

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Das muss man den Pro7-Machern lassen: sie recyceln nicht nur Ideen, sondern geben auch neuen Formaten eine Chance. Damit lässt sich zwar das haustypische tiefgelegte Niveau nicht schlagartig verbessern, aber immerhin Interesse wecken. Der neuen Comedy “Schulz in the Box” (Montag, 22 Uhr 15) liegt der bizarre Einfall zugrunde, den Hamburger Sänger und Moderator Olli Schulz in einer Kiste auf Reisen zu schicken. Gut, der Mann ist 38, Zeit für die Midlife-Crisis und neue Herausforderungen.

Er selbst formuliert sein Anliegen so: ” ‚Schulz in the Box‘ ist mehr als eine Sendung. Es ist eine Erfahrung. Sie gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, den eingeschlagenen Lebensweg noch einmal zu überprüfen. Auch für mich wird es ein Abenteuer und ich freue mich, meinem Leben eine neue Farbschattierung zu geben.“

In der ersten Folge landete Schulz in Berlin, wo es bekanntlich eine Menge schräger Vögel gibt. Was uns an der durchgeknallten Wohngemeinschaft von Männlein und Weiblein interessieren sollte, die Pornofilmchen drehen , um mit dem Verdienst den Regenwald zu retten, erschließt sich auch dann nicht, wenn Schulz sich für diesen “Lebensentwurf” stark macht . Und wir 68er dachten, die Hippie-Kommunen hätten wir als aus der Zeit geraten abgehakt!

Zu sehen ist immerhin, dass jede Freiheit, die man zu leben glaubt, neue Abhängigkeiten schafft. Für diese Erkenntnis hätte auch eine Viertelstunde gereicht. Schulz spielt ziemlich verklemmt den Liberalen, und versucht die Nackedei-Aufnahmen aus der Kommune pädagogisch wertvoll mit häufigen Hinweisen darauf zu rechtfertigen, dass Sex eigentlich Privatsache ist. Das ist genauso schlimm wie die vorgetäuschte moralische Entrüstung der BILD bei gleichzeitiger Pflege primitivster voyeuristischer Triebe.

Weitere Folgen sind schon in der Kiste, ähäm, im Kasten. Die nächste erwarten wir naturgemäß ernüchtert.

KUNSTTIPP von GÜNTER VERDIN: Maurizio Cattelan

MAURIZIO CATTELAN

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Eines der bekanntesten Werke von Maurizio Cattellan: “Kaputt”
Pferde gehen mit dem Kopf durch die Wand.

Nicht jeder muss das gefallen ( siehe Rezension unten). Der am 21. September 1960 in Padua und jetzt in New York lebende Künstler Mauruzio Cattelan mischt mit seinen narrativen realistischen Installationen jedenfalls die Kunstwelt auf ( dass seine Werke auf Auktionen Höchstpreise in Millionen-Dollar-Höhe erzielen muss nicht gegen deren Qualität sprechen). Er hat angekündigt, sich aus dem Kunstbetrieb zurückzuziehen. Auch aus diesem Grund ist die aktuelle Ausstellung der Fondation Bayeler in Riehen bei Basel ( bis 6.Oktober 2013) eine gute Gelegenheit zu überprüfen, wie pointiert, wie kritisch, wie erzählerisch Kunst sein darf.

Maurizio Cattelan (* 21. September 1960[1] in Padua) ist ein italienischer Künstler, der in New York lebt20130826-141256.jpg

Maurizio Cattelan; Love Saves Life, 1995 und Love Lasts Forever, 1999

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Der Durchbruch?

Über diesen Künstler lässt sich vortrefflich streiten. Zwei Urteile aus der FAZ:
FAZ, Montag, 26.08.2013. Jegliche Interpretation verweigernder Bericht von Rose-Maria Gropp anlässlich der aktuellen MAURIZIO CATTELLAN-Schau in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel ( bis 6. Oktober):

(….)Und weil es in seinem Universum keine noch so lahme Pointe verboten ist, ließe sich abschließend sagen: Fünf tote Gäule stecken ihre Köpfe in fünf Sommerlöcher. Dass der Geruch ihrer Kadaver noch im Raum hängt, ist der einzige Trost, die einzige Spur von irgendeinem Leben.

FAZ, 28.11.2011. Unter dem Titel “Maurizio, komm bald wieder!” schreibt Nicolaus Schafhausen über die Retrospektive “des Ausnahmekünstlers Maurizio Cattelan” :

Auch wenn Cattelans künstlerische Strategie sich nicht auf das altbewährte Modell der Institutionenkritik im klassischen Sinne, also durch die Befragung des „Warenfetischismus“ von Kunst im Kunstmuseum, zurückführen lässt, untergräbt er dennoch auf Schritt und Tritt die Autorität des Museums und seinen Zwang nach Klassifizierungen. Mit Nancy Spector, der Chefkuratorin des Guggenheim-Museums, die auch die Ausstellung organisiert, hat er die ideale Verbündete an seiner Seite.

TELE-FAX von GÜNTER VERDIN: Trash-Queens verwüsten Afrika

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Hm.Das wäre auch eine Lösung, um Ruhe in den selbstdarstellungs-geilen Hühnerhaufen zu kriegen…

Die Evolution ist erst dann positiv verlaufen, wenn das Gehirn “Ich habe keine Ahnung” und “Ich halte den Mund” sinnvoll verknüpfen kann.
Diese Weisheit twitterte unlängst ein Autor unter dem Pseudonym “Schlachtzeile”.

Für die kuriosen Damen, die an der Kolonialisierung Afrikas durch grottenschlechten Geschmack , vermittelt durch RTL und Pro7, beteiligt sind, kommt diese Erkenntnis allerdings zu spät. Kaum hatte RTL die Reality-Soap “Wild Girls” beendet, in der wildgewordene Trash-Queens unter anderem diverse Häufchen unterschiedlichen Tieren zuordnen mussten, wühlten bereits am Donnerstag (22.08.2013, Pro7) die sogenannten “Reality Queens” am Fuße des Kilimandscharos in der Scheiße, und das ist nicht nur naturalistisch , sondern auch symbolisch zu verstehen. Die Produzenten solcher Formate und auch die schleimigen Moderatoren scheinen Frauenfeinde zu sein: das Frauenbild, das hier in Form einer dauererregten , hysterisch drauflos plappernden Damenriege, vermittelt wird, ist das des geldgeilen Luders, für das Würde nur ein Konjunktiv ist. Diese permanente Zurschaustellung von Ignoranz anderen Kulturen gegenüber, gepaart mit Eitelkeit und Selbstverliebtheit ist leider nur erbärmlich. Es ist deprimierend anzuschauen, wie sich dieses primitive Halbweltmilieu in die Natur Afrikas frisst. RTL und Pro7 drehen mit diesen Reality-Formaten die Evolution zurück: wir befürchten nur, dass sich die silikonoptimierten Weibchen die langen Fingernägel brechen werden, wenn sie sich wieder wie einst von Ast zu Ast schwingen werden…

Ziemlich deutlich!

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getwittert von Torben @ stisss

TELE-FAX von GÜNTER VERDIN: Huch, Philipp muss sich nackig machen!!!

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Da lacht der Spießer: Simon Gosejohann mit Bruder Thilo

Pro7, der Sender, der uns zu Tode amüsiert, ist der Tiefseetaucher in der deutschen Fernseh-Unterhaltung: in diesen Abgründen des Niveaus ist es nur mehr duster und unheimlich. Das betrifft nicht die US-Sitcoms wie “How I Met Your Mother”, “The Big Bang Theory” oder “Two and a half Men”, die Pro7 Tag und Nacht erfolgreich zwischen den eigenen grässlichen Trash-Prouktionen vergeudet. Der Pro7-Eigenmüll ist es, der unsere Umwelt gefährlich verschmutzt: Formate wie “Catch the Millionaire”, “Wild Girls” ( Inhalt: Blondinnen etc. trampeln durch die Wüste), “Reality Queens” (Inhalt laut Pro7 -Eigenreklame: Dramen , Abenteuer und nackte Brüste).

Dagegen nimmt sich ein Formt wie “Antisocial Network” , das am Montag, dem 19. August d. J. Premiere hatte, fast schon wie eine intellektuelle Herausforderung an. Simon Gosejohann, dessen komische Qualität darin liegt, dass er sich nüchtern so benimmt wie die meisten Jugendlichen in besoffenem Zustand , macht jetzt was mit Neuen Medien. Es wird sich irgendein Schreiber finden, der dem Mobbing-Unternehmen , das Gosejahn mit seinem mollig-drolligen Bruder Thilo moderierend und kommentierend begleitet, einen sozialkritischen Touch zugesteht. Und manchmal gibt es für sowas sogar einen Grimme-Preis
( ich denke da im Speziellen an den Dann-doch-nicht-Grimme-Preis für das RTL-Dschungelcamp).

In der Tat ist Mobbing in Zeiten der permanenten Selbstentblößung auf Facebook und Twitter und vielen anderen Netzwerken ein ernstzunehmendes Problem.

Die Gosejohann-Brothers aber wollen mit dem Feuer der Menschenerniedrigung nur spielen. Kandidat Philipp aus Olpe, 23, nett und schüchtern, lässt sich mit den Mephistos des TV-Trashs gegen das Versprechen von 10.000 Euro auf den teuflischen Plan ein, sich über seinen Facebook-Account manipulieren und zu unsinnigen Aufgaben stimulieren zu lassen. Mit pubertärer Freude verfolgen die beiden Gosejohanns in ihrem Überwachungs-Übertragungswagen zum Beispiel, wie Philipp sich als Aktmodell vor “Kunststudentinnen” anstellt, oder wie er in seinem Stammlokal auf seinem Laptop laut Porno-Geräusche oder Helene Fischer abhört. Alle diese Aktionen werden im Namen von Philipp auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Eine Woche lang muss er die hämischen Kommentare seiner Freunde lesen, dann ist der Fremdschäm-Spaß vorbei.

Simon Gosejohann , dessen Hauptberuf es ist, politisch unkorrekt zu sein, legt mit der Grundidee seiner neuen Sendung zwar den Zeigefinger auf eine offene Wunde unserer vernetzten und durchleuchteten Gesellschaft, aber er bohrt nur hämisch darin herum. Merkt eigentlich irgendjemand, wenn nicht er selbst, wie spießig diese Art von Humor ist?

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Huch, Philipp muss sich nackig machen!

TELE-FAX von GÜNTER VERDIN: “Rette die Million” im Faktencheck

Faktencheck! Faktencheck! Frank Plasberg ist ja mächtig stolz darauf, dass in seiner Talkshow aufgestellte Behauptungen anderntags dem Wahrheitstest unterzogen werden. Ich nehme mir ein Beispiel und mache jetzt den Faktencheck bezüglich Jörg Pilawas donnerstäglicher ZDF-Quizshow “Rette die Million”.

Vor zwei Jahren, genau am 6. Mai 2011, schrieb ich folgendes über die Sendung:

DAS NÄCHSTE SINKENDE SCHIFF WARTET SCHON

Jörg Pilawa hat früher bei der ARD alles rauf und runter moderiert, was man ihm anbot. Seit seinem Wechsel zum ZDF kommt er zwar nicht so recht aus den Startlöchern , aber wird jetzt immer wieder als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei „Wetten dass..?“ ins Spiel gebracht. Also ist es höchste Zeit, seine Showmasterqualitäten zu testen. Gelegenheit dazu gibt es bei der gegen den Jauchschen Quoten-Luxusliner „Wer wird Millionär?“ (RTL) ins Programm gehievte Quiz-Schaluppe „Rette die Million!“, in dem jeweils ein Zweierteam in acht Fragerunden so viel Geld wie möglich vom Millionen-Startkapital sichern muss. Da die Teilnehmer-Paare sozusagen von Niederlage zu Niederlage eilen, ist das Konzept der Show weder bei Publikum noch Kritik wirklich von Erfolg gekrönt. Sahen bei der Erstsendung im Oktober 2010 noch über 6 Millionen zu, waren es diesmal nur noch 3,47 Millionen Zuschauer. Die Spannung hielt sich auch diesmal in Grenzen, aber man durfte wenigstens über das geringe Bildungsniveau eines sympathischen Studenten staunen, dessen sportlicher 81jähriger Opa mit seinen Antworten fast immer richtig lag. Während der junge Mann den Alten ständig verunsicherte und sich sogar zu der Frage verstieg, ob Goethe denn in Deutschland geboren wurde, überzeugte der Senior mit Bauernschläue und Logik. Jörg Pilawa gibt sich als Moderator nicht alles wissend wie Günther Jauch und ist auch nicht vergleichbar treffsicher in seinen Pointen wie der Kollege, aber er ist ein durchaus mehrheitsfähiger Kumpeltyp, mit dem man gerne Pferde (oder eine Million) stehlen würde. Ich persönlich bin mir sicher, dass Pilawa durchaus in die Rolle des Wetten-Präsentators hineinwachsen kann.
Sein Pech ist nur, dass er dann sozusagen von einem sinkenden Schiff auf das andere springen würde, denn auch „Wetten dass..?“ dümpelt ja nur mehr antrieblos dahin.

UND JETZT DER FAKTENCHECK

am Beispiel der Sendung vom Donnerstag, dem 8. August 2013:

BEHAUPTUNG: Da die Teilnehmer-Paare sozusagen von Niederlage zu Niederlage eilen, ist das Konzept der Show weder bei Publikum noch Kritik wirklich von Erfolg gekrönt.

FAKT: Die Donnerstagsendung erreichte, wie schon vor zwei Jahren,
beim Gesamtpublikum 3,74 Millionen, das reichte für 13,8 Prozent Marktanteil . Ein Quotenhit ist das Pilawa -Quiz dennoch nicht geworden.

BEHAUPTUNG: Die Spannung hielt sich auch diesmal in Grenzen.

FAKT: Dank geglückter Kandidatenauswahl kam diesmal neben unterhaltsamen Talk auch Spannung auf. Ein Pärchen, das sich via Internet kennengelernt hat und nun schon drei Jahre zusammenlebt,
“vergeigte” nach gutem Start ebenso das gesamte Kapital wie die zwei kernigen Bayern ( für das ZDF scheint das ja eine der billigsten Sendungen zu sein?)

Das dritte Teilnehmer-Paar, der Intendant des Nürnberger Sinfonieorchesters und der Besitzer eines CD-Ladens, sorgte sogar für Hochspannung. Die beiden versiebten zwar mit viel Pech die Million, retteten aber immerhin 100.000 Euro , indem sie fünf Runden lang immer auf vollen Einsatz gingen. ( Für Menschen, die die Sendung nicht kennen: es gibt mehrere , zunächst vier, ab der 6. Runde dann drei und im Finale nur zwei Antwortmöglichkeiten. Die Kandidaten verteilen den ihnen zur Verfügung gestellten Betrag – anfangs also eine Million – auf die Antworten, die ihnen am plausibelsten erscheinen. Das Geld, das auf falschen Antworten liegt, verschwindet in der Versenkung).

BEHAUPTUNG: Pilawa ist ein durchaus mehrheitsfähiger Kumpeltyp.

FAKT: Pilawa ist ein souveräner, unaufgeregter Fragensteller, hin und wieder auch schlagfertig, baut gut Spannung auf: hohe Sympathiewerte.
Als Interviewpartner ist er in der Sendung unterfordert. Die Übernahme von “Wetten, dass…?” steht wohl nicht mehr zur Debatte, würde ich ihm aber auch nicht empfehlen. Lanz beißt sich gerade mit dem Show-Dino die Zähne aus.

FOTO DES JAHRES 2013

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Thomas Eckl hat es auf Facebook präsentiert. Es ist mir nicht bekannt, ob er auch der Urheber ist.

ADELGUNDE CONTRA SCHWULE: eine Triebverirrung

Hetze gegen Homosexuelle ist keine Volksverhetzung

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Ach Adelgunde! So also sieht gesunder Menschenverstand aus?

Die Christliche Mitte darf mit dem Segen der Staatsanwaltschaft Homosexuelle weiterhin als generell kranke Menschen bezeichnen.
Es ist keine Volksverhetzung, wenn eine Partei Schwule generell als “widernatürlich” diffamiert und pauschal für sechs Millionen Aids-Tote verantwortlich macht, findet die Staatsanwaltschaft Münster.

Die Staatsanwaltschaft im westfälischen Münster hat nach einer Strafanzeige von queer.de ein Ermittlungsverfahren gegen Adelgunde Mertensacker, die Parteichefin der Christlichen Mitte (CM), eingestellt. Die Dortmunder Musikprofessorin habe mit ihren homofeindlichen Äußerungen die “Angehörigen des homosexuellen Bevölkerungsteils in Deutschland nicht in ihrem unverzichtbaren Kernbereich ihrer Persönlichkeit getroffen”, so die Staatsanwaltschaft in einem Schreiben an queer.de-Geschäftsführer Micha Schulze vom Mittwoch.

In einem Flyer hatten Mertensacker und ihre Partei unter anderem erklärt: “Homos haben mehr als sechs Millionen Aids-Tote zu verantworten, die sie ihrer widernatürlichen Lustbefriedigung geopfert haben”. Lesben und Schwule litten laut CM an einer “naturwidrigen Trieb-Verirrung”. Die “sogenannte homosexuelle Liebe” sei lediglich ein “egozentrischer Missbrauch des Partners”. In der Regel seien Homosexuelle Opfer einer “pathologischen Sex-Sucht”, heißt es weiter. Die Partei empfiehlt deshalb, Schwule und Lesben zu Heterosexuellen umzupolen. “Homosexualität ist heilbar”, so der Flyer der Christlichen Mitte.

Die Äußerungen der Fundamentalchristen riefen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht zum Hass gegen Schwule und Lesben auf, sondern würden Homosexualität lediglich als “heilbare Erkrankung” ansehen. Daher seien die abwertenden Kommentare wegen des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung “gerechtfertigt”. Zwar zielten die Aussagen der Fundamentalchristen “in teils aggressiver, teils polemischer Form auf diese von ihrer Partei negativ beurteilte sexuelle Orientierung”. Sie verletzten aber “nicht die Würde des Einzelnen” und setzten keine Person oder Gruppe herab.

Psychologen warnen bereits seit Jahrzehnten vor Homo-“Heilern” wie Mertensacker, weil derartige Versuche Schwule und Lesben in die Depression oder sogar den Selbstmord treiben würde. Zuletzt hat sich die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde von den “Therapien” in einem Flugblatt distanziert (queer.de berichtete). Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde deshalb die “Heilung” von minderjährigen Schwulen oder Lesben verboten . Die schwarz-gelbe Bundesregierung lehnte jedoch im April eine ähnliche Initiative für Deutschland ab .

Quelle: Queer.de

MEHR BESUCHER ALS BEI DÜRER: HELNWEIN IN DER ALBERTINA

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Die Wiener Albertina präsentiert Gottfried Helnwein

Gespräche in Grenzen mit GOTTFRIED HELNWEIN (3)

ORIGINAL ODER REPRODUKTION?

“Es gibt Kunstwerke, die bestimmte vibrations vermitteln, eine gewisse Magie, wenn man vor dem Original steht. Ich kann das auch nicht erklären. Mich haben zum Beispiel Kandinsky und Miro nie interessiert, ich bin im Kunstgeschichte-Unterricht mit ihnen belästigt worden. Aber als ich einmal in New York im Museum die Originale gesehen habe, war ich sehr betroffen. Das war schon toll zu sehen, wie die Farbe da oben klebt, die Strukturen, das ist, muss ich zugeben, nicht zu reproduzieren.”

Nehmen wir einen Vergleich, Die unterschiedliche Wirkung beim Betrachten von Original und Reproduktion entspricht der beim Anschauen eines Fotos und dem persönlichen Kennenlernen eines Menschen. Helnwein merkte den Unterschied, als er seine Lieblingsgruppe, die “Rolling Stones”, im Musikstudio kennenlernte: “Ich hatte mich als Jugendlicher total mit den ,Stones’ identifiziert. Dann habe ich sie persönlich in London getroffen und war eine ganze Nacht bei den Proben dabei, das war eine Überraschung. Man glaubt ja gar nicht, dass die dreidimensional existieren. Das ist eine eigene Realität. Und wenn dann so einer vor einem steht, und man kann ihn riechen, und man kann ihn berühren, und dann greift der Keith Richards mit seinen dreckigen Fingernägeln in die Gitarre und spielte einen ‘Hadern’ (Anm. = Ohrwurm, beliebtes Musikstück ) – das war wie Weihnachten, also phantastisch.”

Gottfried Helnwein ist ein Phänomen, an dem auch die großen Museen nicht vorbeikommen. Die Wiener “Albertina” zeigt bis zum 13. Oktober 2013 bereits zum x-ten Mal mit großem Erfolg Helnweins Werk. Fühlt sich der Künstler geehrt, bestätigt?

ZWISCHEN MASSE UND MUSEUM

“Es interessiert mich sowohl die massenhafte Verbreitung wie auch die Ausstellung im Museum. Ich habe offensichtlich einen erweiterten Kunstbegriff und lege großen Wert darauf, dass meine Sachen in verschiedenster Form auf verschiedenen Ebenen präsentiert werden. Ich machte auch gern Werbung für Persil . Und schon setze ich mich wieder der Kritik aus. Man hat mir vorgeworfen, dass die Albertina so voll war, dass ich mehr Besucher hatte als Albert Dürer, von dem es zur gleichen Zeit im Obergeschoss eine Ausstellung gab.”

Mit dem Begriff “Schockmaler” fühlt sich Helnwein keineswegs zutreffend charakterisiert: “Ich enttäusche gerne Erwartungen. Das macht mir Spass. Vieles, was Helnwein sagt und denkt, würde, auf den Literaturmarkt übertragen, wohl auch nur einen Simmel oder Konsalik ergeben.

“Ich habe beide noch nie gelesen, aber ich wollte, ich wäre so wohlhabend wie die beiden. Mir gelingt das nie, weil ich mein Geld immer gleich in Projekte stecke, die manchmal auch unsinnig sind. Ich streite mich zum Beispiel mit meinem Verleger herum, weil ich nicht möchte, dass meine Bildbände mehr als 200 Schilling kosten. Ich bewundere Andy Warhol, dem es bei allem, was er so macht, auch noch gelingt, reich zu sein!”

(DAS GESPRÄCH FÜHRTE GÜNTER VERDIN MIT GOTTFRIED HELNWEIN ENDE DER 1970er JAHRE IN SEINEM ATELIER IN WIEN.)

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