TATORT. Küssen Sie nie den Kommissar!

Von Günter Verdin

Er ist der Klaus Kinsky unter den TV-Kommissaren. So neurotisch , launisch und leidenschaftlich in seine Fälle verliebt , ist niemand sonst im ARD-“Tatort”-Personal
wie Peter Faber, der Leiter der Dortmunder Mordkommission, den Jörg Hartmann als grenzwahnsinnigen einsamen Wolf höchst beeindruckend gestaltet. Zu den persönlichen Ermittlungsmethoden des Hauptkommissars gehört ein mit höchster Intensität betriebenes Rollenspiel, zu dem er auch seine Mitarbeiter verdammt: das mögliche Mord-Szenario einschließlich dem fiktiven Psychogramm des Täters wird im Dialog so realistisch wie möglich entwickelt. Kunst ist bekanntlich nicht die Lösung, sondern das Rätsel. Die TV-Krimikunst besteht darin, die Lösung so zu verrätseln, dass die Zuseherschaft neben dem Salzgebäck auch genug an den Handlungsfäden zu kauen hat, deren Entwirrung dann für ein wohliges Gefühl im Magen sorgt. Gleich zu Beginn der “Tatort”-Folge “Alter Ego” gibt es crime and sex:
während die junge Hauptkommissarin Nora (anmutig:Aylin Tezel) und ihr nett kindischer Kollege Daniel (sympathish:Stefan Konarske) einander im Bett verwöhnen, geschieht in Parallelmontage der brutale Mord an einem jungen Mann.
Ein Zitat von Tennessee Williams verirrt sich wohl nur deswegen in die fortan auf viele Schauplätze verteilte Handlung, weil sowohl Opfer wie Täter bekennend oder verklemmt homosexuell orientiert sind: “Alle grausamen Menschen bezeichnen sich selbst als Symbole der Offenheit.” Zu den Grausamen zählen in diesem Krimi die Mitglieder der Sekte “Church of Sun”, die offensiv Schwulenhatz betreibt, und der verbiesterte Vater des Täters, der die Veranlagung des Sohnes autoritär zu unterdrücken versuchte. Regisseur Thomas Jauch hat ein feines Händchen in der Personenführung. Allein die Schlussszene, die den Anfang des Films spiegelt und bündelt, gehört auf die Hitliste der intensivsten “Tatort”-Szenen. Peter Faber lockt den Killer, der ihn entführt und gefesselt hat, zuerst mit einfühlsamen Fragen und dann mit einem Kuss als “letzten Willen”. Hätte der Mörder geahnt, dass heterosexuelle Kommissare nur Männer küssen, um sie mit einem harten Tritt ins Gemächt schachmatt zu setzen, hätte es kein Wiedersehen mit dem Klaus Kinsky des “Tatorts” am 11.November gegeben.

Lesen Sie bitte weitere Berichte unter http://www.verdinguenter.blogspot.com

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