@TWITTER. Schräge “Tatort”-Fans

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Flo @hohse 02. Dez
Habe aus aktuellem Anlass die Leipziger #Tatort-Ermittler bei einer rasanten, hochemotionalen Actionszene gezeichnet. pic.twitter.com/Kw4UF9LJ

.andi @ohrenflimmern 02. Dez
Heute beginnt der #Tatort doch bestimmt später, weil es einen Brennpunkt zum Winter im Dezember gibt. Oder?

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Unsere Ohnmacht und die der Opfer

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Von Günter Verdin

“Todesschütze”: dieser “Tatort” (ARD) aus Leipzig stürzt die Zuseher in tiefste Trostlosigkeit. Die Ursache dafür: sinnlose Gewalt in Form von versuchtem Totschlag oder als Selbstjustiz und auch in Übergriffen durch Polizisten.

Das Vertrauen in unsere Freunde und Helfer wird in diesem “howcatchem”-Krimi , an dessen Beginn ein brutaler Überfall dreier besoffen randalierender Jugendlicher auf ein Ehepaar steht, arg strapaziert. Zwei Streifenpolizisten, die Zeuge der blutigen Tat wurden,
wollen die Täter in der Dunkelheit nicht erkannt haben. Pech für die Herren, denn das Ermittlerduo von der Mordkommission , Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke), ist spezialisiert auf schwarze Löcher im Universum der Falschaussagen.

Die beide Kommissare finden schnell heraus, dass der eine Polizist der Vater eines Tatbeteiligten ist und ihn deckt. Die eskalierende Gewalt, die über eine besonders trostlose Plattenbaugegend Leipzigs hereinbricht, können auch die in diesem Chaos besonnen und nüchtern ermittelnden Kommissare nicht verhindern.

Das Ende der von Johannes Grieser bitterernst realistisch inszenierten Tragödie : eine tote, im fünften Monat schwangere Frau, die Opfer ihrer Zivilcourage wurde; ein psychisch und körperlich gebrochener Ehemann, der blutig Rache nimmt; Geiselnahme, ein erschossener Polizist, ein angeschossener und ein durch Scharfschützen getöteter Jugendlicher.

Hoffnung nirgends.

Die Zuschauer teilen die Ohnmacht der Opfer.

Gerechtigkeit: nicht in Sicht.

Saalfeld und Keppler ermitteln weiter…

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ROMMEL. Wir sind auch für unseren Gehorsam verantwortlich

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Von GÜNTER VERDIN

Hat der Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der legendäre “Wüstenfuchs”, von den Attentatsplänen gegen Adolf Hitler gewusst oder war er sogar in die Verschwörung involviert? Die Aussagen von Zeitzeugen widersprechen einander. Ihn nachträglich zum Widerstandskämpfer hoch zu stilisieren, vermeidet der von Niki Stein aufwändig an vielen Schauplätzen inszenierte dokumentarische Spielfilm “Rommel” (ARD) ebenso wie die beim Thema Nationalsozialismus sonst übliche Dämonisierung.

“Rommel” ist ein nüchterner, unaufgeregter Film, in dem die Drahtzieher für Hitlers Angriffskriege ein menschliches Gesicht bekommen, ohne dass die Kriegsgreuel verharmlost würden.
Erwin Rommel selbst wird als dem Führer blind ergebener Gefolgsmann und Karrierist gezeigt, dessen anfängliche Erfolge gegen die Engländer im “Afrikafeldzug” ihn zum Volkshelden und zum Vorzeigesoldaten der Nazi-Propaganda erhoben.

Umso tiefer war der Fall nach der späten Einsicht, dass die Schlacht am Atlantikwall durch die Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944, dem D-Day, verloren sei. Da er von Hitler als Konsequenz den Abzug der deutschen Truppen forderte, entzog ihm der misstrauisch gewordene Führer das Vertrauen. Am 14. Oktober 1944 wurde Rommel wegen des Verdachts der Mitwisserschaft bezüglich des Attentats auf Hitler zum Selbstmord gezwungen. Offiziell starb der Volksheld an seinen Kriegsverwundungen, am 18. Oktober wurde ihm im Ulmer Rathaus ein opulentes Staatsbegräbnis ausgerichtet.

Zwei Schauspieler ragen aus dem hochkarätig und auffallend typgerecht besetzten Ensemble hervor. Johannes Silberschneider trifft Tonfall und autistischen Chrakter Hitlers frappierend, ohne in Parodie zu verfallen.

Und Ulrich Tukur charakterisiert Erwin Rommel in faszinierender analytischer Genauigkeit als Streber, auch als aufrechten Soldaten im falschen politischen System. Niki Stein hat seinem Film einen Satz von Hannah Arendt als Motto vorangestellt: “Wir sind auch für unseren Gehorsam verantwortlich.”

TATORT. Verhör unter extrem erschwerten Bedingungen

Von Günter Verdin/

So lieben wir Klara Blum: Statt ihren Entführer mit ein paar Handkantenschlägen ausser Gefecht zu setzen, nutzt sie die missliche Situation für ein intensives Psycho-Verhör. Holger Nussbaum ist offensichtlich 15 Jahre unschuldig wegen Missbrauch und Totschlags eines Buben im Gefängnis gesessen. Nun will er sich an der Kommissarin rächen, weil ihre Ermittlungen zu seiner Verurteilung geführt hatten. Dieses Verhör unter extrem erschwerten Bedingungen ist typisch für den Bodensee- “Tatort” (ORF / ARD) , der seit zehn Jahren wesentlich durch das actionferne, dafür aber psychologisch nuancierte Spiel von Eva Mattes geprägt wird. Die Folge “Der Nachtkrapp” , in der der Mörder eines Schweizer , aus dem Schullandheim Sonnenberg am Bodensee entführten Jungen gesucht wird, greift wieder einmal das Thema Pädophilie auf. Die Spannung wird zum Teil recht vordergründig hergestellt. Da lässt ein Priester, jegliche Sorgfalt vernachlässigend, nachts die Tür zum Jungenzimmer offen, und zählt prompt zum Kreis der Verdächtigen. Und immer wieder wird ein Bub, der offensichtlich von dem gesuchten Mörder zum nächsten Opfer bestimmt ist, von den ihn betreuenden und schützenden Kriminalbeamten allein gelassen. Der titelgebende “Nachtkrapp”, eigentlich eine dunkle Sagengestalt, die Kinder das Fürchten lehren soll, hat also leichtes Spiel, in dem auch noch die anfangs gegeneinander arbeitenden deutschen und Schweizer Behörden für zusätzliche Verwirrung sorgen. Regisseur Patrick Winczewski hat alle Hände voll zu tun, die mangelnde Plausibilität des Drehbuchs mit Großaufnahmen der Protagonisten, darunter auch der begabte Bub Elia Sager, und lichtdurchfluteten Landschaftsaufnahmen rund um den Bodensee zu kaschieren.

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TATORT. Küssen Sie nie den Kommissar!

Von Günter Verdin

Er ist der Klaus Kinsky unter den TV-Kommissaren. So neurotisch , launisch und leidenschaftlich in seine Fälle verliebt , ist niemand sonst im ARD-“Tatort”-Personal
wie Peter Faber, der Leiter der Dortmunder Mordkommission, den Jörg Hartmann als grenzwahnsinnigen einsamen Wolf höchst beeindruckend gestaltet. Zu den persönlichen Ermittlungsmethoden des Hauptkommissars gehört ein mit höchster Intensität betriebenes Rollenspiel, zu dem er auch seine Mitarbeiter verdammt: das mögliche Mord-Szenario einschließlich dem fiktiven Psychogramm des Täters wird im Dialog so realistisch wie möglich entwickelt. Kunst ist bekanntlich nicht die Lösung, sondern das Rätsel. Die TV-Krimikunst besteht darin, die Lösung so zu verrätseln, dass die Zuseherschaft neben dem Salzgebäck auch genug an den Handlungsfäden zu kauen hat, deren Entwirrung dann für ein wohliges Gefühl im Magen sorgt. Gleich zu Beginn der “Tatort”-Folge “Alter Ego” gibt es crime and sex:
während die junge Hauptkommissarin Nora (anmutig:Aylin Tezel) und ihr nett kindischer Kollege Daniel (sympathish:Stefan Konarske) einander im Bett verwöhnen, geschieht in Parallelmontage der brutale Mord an einem jungen Mann.
Ein Zitat von Tennessee Williams verirrt sich wohl nur deswegen in die fortan auf viele Schauplätze verteilte Handlung, weil sowohl Opfer wie Täter bekennend oder verklemmt homosexuell orientiert sind: “Alle grausamen Menschen bezeichnen sich selbst als Symbole der Offenheit.” Zu den Grausamen zählen in diesem Krimi die Mitglieder der Sekte “Church of Sun”, die offensiv Schwulenhatz betreibt, und der verbiesterte Vater des Täters, der die Veranlagung des Sohnes autoritär zu unterdrücken versuchte. Regisseur Thomas Jauch hat ein feines Händchen in der Personenführung. Allein die Schlussszene, die den Anfang des Films spiegelt und bündelt, gehört auf die Hitliste der intensivsten “Tatort”-Szenen. Peter Faber lockt den Killer, der ihn entführt und gefesselt hat, zuerst mit einfühlsamen Fragen und dann mit einem Kuss als “letzten Willen”. Hätte der Mörder geahnt, dass heterosexuelle Kommissare nur Männer küssen, um sie mit einem harten Tritt ins Gemächt schachmatt zu setzen, hätte es kein Wiedersehen mit dem Klaus Kinsky des “Tatorts” am 11.November gegeben.

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TV Der Ermittlungs-Pas de deux der Kölner “Tatort”-Kommissare

Von Günter Verdin

Vergleichen wir getrost Äpfel mit Birnen. Am kommenden Donnerstag startet in RTL die neue Staffel von “Alarm für Cobra 11”, eine amüsant kuriose und international sehr erfolgreiche Action-Serie, die durch die vorgegebenen Rituale der Autozertrümmerung und finaler Explosions-Feuerwerke in keinem Moment einen Anspruch auf Wahrscheinlichkeit erhebt. Der “Tatort” hingegen, das Krimi-Juwel von ARD und ORF am Sonntagabend, lebt nicht nur vom Kunstanspruch der besten Regisseure und Darsteller, sondern vor allem durch die in den meisten Fällen sehr spannende Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Realität. Der Kölner “Tatort” mit dem Titel “Fette Hunde” erzählt von der trüben Wirklichkeit von Bundeswehrsoldaten, die aus Afghanistan zurückkehren und die grauenhaften Bilder von streunenden Hunden, die das Fleisch der Leichen von Kriegsopfern verschlingen, nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Aus den Fugen geratene Partnerschaften schweissen die Afghanistan-Kumpels ebenso zusammen, wie die Geschichten, die sie im Krieg erlebt haben. Dazu gehört auch der Kampf gegen den Drogenanbau, mit dem die Taliban ihre Terror-Aktionen finanzieren. “Solange die Bauern in Afghanistan mit Mohnanbau fünfmal so viel verdienen wie als Polizist, ist die Situation schwer zu ändern.“ ist einer der Kernsätze des Drehbuchs von Andre Georgi, mit dem die zweite Handlungsebene aktuell gestützt wird: das afghanische Geschwisterpaar Milad und Amina Rahimi reist als sogenannte Bodypacker in die Bundesrepublik, als Drogenkuriere, die das in Kondomen verpackte Heroin im Körper schmuggeln. Die beiden Kommissare, der Dauersingle Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und der glücklich lange verheiratete Freddy Schenk (Dietmar Bär) liefern wieder einmal ein köstliches Pas de deux gemeinsamer Ermittlungen. Der preisgekrönte Regisseur Andreas Kleinert hat mit seinem Kameramann Johann Feindt wirklich atemberaubend dichte und schöne Bilder komponiert. Da ist wohl der nächste Grimme-Preis fällig!

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