Nikolaus und Krampus in einer Person

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(Schaut ein bisschen aus wie Conan, ist aber kein Barbar: Armin Assinger)

Von GÜNTER VERDIN

http://www.verdinguenter.blogspot.com

Armut ist keine Schande. Dieses Sprichwort drückt eine Idealvorstellung aus. In der Wirklichkeit werden Kinder wie die zwei schon so vernünftig wirkenden Buben der Familie B. von ihren Mitschülern gehänselt, weil sie immer das Gleiche anhaben, weil das Elternhaus nur ein Rohbau ist, weil sie kein Taschengeld bekommen.

Da kommt der Nikolaus Armin Assinger mit seinem “Einser Team” (ORF Eins) ins Spiel. Dank seiner Prominenz , seinem Charisma und der Macht eines begleitenden Kamerateams werden die Jungs in einem Einkaufszentrum kostenlos neu eingekleidet. Vorher hat Assinger, wohl ferngesteuert von einer auf Melodramwirkung achtenden Redaktion, den Krampus gegeben, indem er der verzweifelten, durch Schicksalsschläge überschuldeten Familie immer wieder den Verkauf ihrer Bleibe empfiehlt, in der vier Generationen zusammenleben. “Ihr hättet dann auf einen Schlag keine Schulden mehr!” meint Assinger treuherzig. “Und auch kein Dach übern Kopf!” kontert die Oma, die unter Tränen bittet:” Lasst mich vorher raussterben!”

Der auf Schuldenfragen spezialisierte Anwalt Gernot Prattes ist der einzige, der nicht dramatisiert : er bewirkt bei der Bank die Reduktion der Rückzahlungsraten. Die junge alleinerziehende Mutter der beiden Buben findet mit Hilfe Assingers wieder Arbeit. Wir freuen uns mit den Menschen, deren Schicksal uns zu Tränen rührt. Es gibt, dank dem “Einser Team” wieder Hoffnung für sie.

Bleibt der bittere Nachgeschmack, den das Voyeuristische im Gutgemeinten eines solchen, wohlgemerkt , höchstprofessionell gestalteten TV-Formats verursacht. Werden die beiden lieben Buben jetzt weniger verspottet werden, nur, weil ihre Not jetzt Fernseh-Bild geworden ist? Eine indische Weisheit bringt es auf den Punkt:

Komm her! Geh’ fort! Nun falle nieder!

Steh auf! Jetzt rede! Schweige wieder!

So spielen mit den Armen, welche Beute

des Unholds Hoffnung sind, die reichen Leute.

Die Lexikonwissen-Disco des Günther Jauch: Wer wird Millionär?

Von Günter Verdin

Wenn das Leben selbst nicht so viele Fragen an uns stellte: was täten wir bloß ohne “Wer wird Millionär”? Seit Montag tuscht und jingelt es wieder . Die Scheinwerfer kreisen hektisch und machen aus einem simpel gestrickten Frage-und Antwort-Spiel eine Lexikonwissen-Disco, in der Günther Jauch einen Gag nach dem anderen auflegt. Obwohl sich immer mehr Studenten bei Jauch das Taschengeld aufbessern, hat das Quiz weniger mit Intelligenz, die ja das Erkennen von Zusammenhängen
ermöglicht, und sehr viel mehr mit viel Glück und durchschnittlicher Bildung zu tun. In der Gruppe bis 500 Euro geht es um Scherzfragen wie: In welchem Wort ist ein winterliches Naturereignis enthalten? Die Antwort: SchLAWINEr. Günther Jauchs joviale Souveränität und seine schauspielerisch plakativ gestalteten Verzweiflungskrämpfe ob der Ahnungslosigkeit mancher Kandidaten tragen die Show auch gerne mal über die doppelte Länge wie am Montag zum Auftakt der 20. Staffel.
Neben manchen Fragen, wie die nach der Stadt, die eine Enklave in Brandenburg bildet (Berlin), sind zunehmend die kleinen Hintergrundgeschichten und Biografien der Kandidaten interessant geworden. Ist doch auch nett zu hören, wenn der Student der Betriebswirtschaftslehre bei einem Gewinnstand von 16.000 Euro bekannt gibt, dass er seiner Freundin warme Socken kaufen will. Zwar werden bei so viel wirtschaftlichem Denken auch noch andere Frauen bei dem Kerl kalte Füße kriegen, sie können aber sicher sein, dass er die 64.000 Euro, die er schließlich gewann, niemals verzocken würde.
Erheiternd war auch Jauchs Expertengespräch mit einer aus Guinea stammenden Lehramtsstudentin über Monopoly: Jauch würde immer gerne die Schlossallee kaufen, die Studentin nimmt lieber die wesentlich weniger einträglichen vier Bahnhöfe. Wie wir ahnen, ist dementsprechend auch in der Realität das Vermögen beider höchst unterschiedlich. Die junge Dame hatte zwar keinen blassen Schimmer von Theodor Fontane oder Helmut Schmidt, schaffte es mit viel Glück aber über die sichere 16.000-Euro-Hürde.Am Freitag sehen wir sie wieder.
Und am 17. September kehrt dann ja auch die ORF-“Millionenshow” mit
Armin Assinger auf den Bildschirm zurück . Noch Fragen?

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