SOKO DONAU: Der Gärtner ist wieder nicht der Mörder!

TV KRITISCH
UND DER MÖRDER IST WIEDER NICHT DER GÄRTNER!
Günter Verdin

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(Vater und Sohn Ribarski: Otto Sander und Stefan Jürgens )

Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Soko Donau (ORF,ZDF) gerne die Cobra 11(RTL) wäre. Im augenzwinkernden , oft etwas irrationalen Aufbau von Spannung sind die beiden TV-Serien einander durchaus ähnlich, auch in der Konstruktion ebenso überraschender wie völlig unwahrscheinlicher Schlusswendungen.

Nur: auf der Autobahn, dem Hauptarbeitsfeld der Cobra11, ist meist die Action-Hölle los; bei der Wurstsemmerl-Connection am Wiener Handelskai wird gemütlicher ermittelt; eine rasante Motorradfahrt über den Gehsteig , wie in der jüngsten und 100. Folge mit dem Titel “Familienbande” , ist denn auch schon der Höhepunkt beschleunigt ungesetzlichen Fortkommens.

Als Ersatz für Action wird uns viel Psycho-Logik angeboten. Major Carl Ribarski (Stefan Jürgens) schleppt ein traumatisches Kindheitserlebnis mit sich herum: er hält seinen Vater für den Mörder seiner Mutter. Damit nicht genug der Familienbande: bei den Nordbergs kriselt es auch. Der Herr des Hauses geht fremd und wird schließlich verdächtigt, seine Frau kaltblütig erschossen zu haben. Dann taucht der Gärtner auf und legt ein Geständnis ab.

Drehbuchautor Stefan Brunner haut dankenswerterweise nicht wie seine Kollegen vom ARD-“Tatort” über die Erzählstränge: er führt die Familiensagas der Ribarskis und der Nordbergs parallel, wobei Vater Ribarski noch kurz vor seinem Tod den wahren Sachverhalt aufklären kann. Dass beim gewaltsamen Todesfall der Frau Nordberg ausgerechnet das Opfer selbst es den Kommissaren so schwer wie nur denkbar gemacht hat , ist ein eher schräger Einfall des Autors. Sozusagen ein Schuss in den Ofen! Was sich hinter der sprichwörtlichen Andeutung verbirgt, wird die Leserschaft erkennen, wenn sie die Ermittlungen der Soko Donau bis zum Ende verfolgt.

(ORF Eins, Mittwoch, 19. Dezember 2012, 20Uhr 15)

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Licht, Leben, Liebe: Weihnacht 1942

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(Foto:ZDF)

Von Günter Verdin

http://www.verdinguenter.blogspot.com

24.Dezember 1942: die Deutschen sitzen vor ihren Volksempfängern und hören in einer NS- Propaganda- Ringsendung die zuversichtlichen Botschaften von Frontsoldaten aus aller Welt, unter anderem auch aus Stalingrad. Auch die Soldaten selbst empfangen das Programm , das nicht nur Weihnachtsstimmung, sondern auch Durchhalteparolen vermitteln soll. Der Führer hat auffaltbare Papier-Weihnachtsbäume und Päckchen mit Zigaretten und Lebkuchen geschickt, deren Inhalt auf dem langen Postweg meist geplündert wurde. Was die Daheimgebliebenen nicht ahnen: zu diesem Zeitpunkt befindet sich die 6. Armee bereits in aussichtsloser Lage. Bereits beim Wintereinbruch im November waren die Deutschen von der Roten Armee eingekesselt worden. Im Februar 1943 kapituliert die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Paulus gegen den ausdrücklichen Befehl Hitlers: von den 90.000 deutschen Soldaten, die in russische Gefangenschaft kamen, sahen nur 6.000 die Heimat wieder.

Die ZDF-Doku “Stille Nacht in Stalingrad” betrauert in einer Mischung aus Wochenschaumaterial , Interviews mit Überlebenden und etwas seltsam anmutender “szenischer Rekonstruktion” den sinnlosen Tod der deutschen Soldaten , verschweigt aber nicht die von der 6.Armee begangenen Gräueltaten am bewaffneten Feind und an der Zivilbevölkerung. Drei Millionen Rotarmisten kamen in deutscher Gefangenschaft um.

Für die 90minütige ARTE-Reportage “Winter 42/43”, die zur selben Zeit ausgestrahlt wurde, ist Stalingrad nur ein Teilaspekt. Hier dominieren historische Amateur-und Wochenschau-Aufnahmen von der russischen Front , aber auch aus dem von den Deutschen besetzten Frankreich und aus Großbritannien. Das weitet den Blick des Zuschauers für weltgeschichtliche Zusammenhänge, ohne dass die menschlichen Schicksale in allen in den II.Weltkrieg involvierten Länder unberücksichtigt bleiben. Die Tagebuch-Einträge
des 14-jährigen Holocaust-Opfers Rutka Laskier aus dem Ghetto in Polen berühren ebenso zutiefst wie auch der Liebes-Briefwechsel zwischen der jungen Widerstandskämpferin Sophie Scholl und ihrem Freund Fritz Hartnagel, der Stalingrad überlebte. Sie alle träumten von “Licht, Leben, Liebe” . Mit diesem Motto hat der Pastor und Oberarzt Kurt Reuber seine im Kessel von Stalingrad entstandene Zeichnung einer Schutzmantelmadonna umrandet.

“Wetten,dass…?”: Lanzweilig?

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(Markus Lanz mit abgeschminktem Waschbrettbauch)

DIE QUOTEN:

ZDF Wetten,dass…:8,89 Millionen, Marktanteil: 29,3%

(Premiere:13,6 Millionen. Zweite Sendung mit Lanz:11Millionen)

RTL “Das Supertalent”: 3,83 Millionen,Marktanteil:12,3%)

DIE PRESSE:

BZ:”Wetten dass schwach, Supertalent schwächer”

DIE WELT: “Lanz’ dritter Versuch geht daneben – Jetzt reicht’s!”

Stern.de: „Exerzierte Langeweile“

Im Vergleich zu Lanz’ Samstags-Show ginge sogar „Die Sendung mit der Maus“ als Thriller durch.

Süddeutsche Zeitung: „Lanzweilig!!!“

Lanz´ Welpenschutz ist in der nunmehr dritten Sendung endgültig vorbei und eines ist klar: Lanz ist ein Talker, kein Entertainer.

UND HIER – WEIL ADVENT IST- DAS POSITIVE:

Spiegel Online: „Eine klassische Samstagabendshow”

Eine klassische Samstagabendshow, bei der sich ein Moment so zum anderen fügte, dass zuletzt fast alles stimmte. Wenn Markus Lanz so weitermacht, kann er nur gewinnen.“

“Das unsichtbare Mädchen”: Mief im Kleinstadt-Biotop

TV KRITISCH
Der grausliche Mief im Kleintadtbiotop
Günter Verdin

Filme von Dominik Graf haben ihre eigene Handschrift: ausgetüftelte Bildausschnitte, rasante 360-Grad -Schwenks, abrupter Wechsel von der Stand-zur Handkamera, tiefporige Ganz-Nah-Aufnahmen der Protagonisten, gerne auch Polizeifunk-Geräusche als Sound-Kulisse. Beim Krimi “Das unsichtbare Mädchen” (ZDF, Montagabend) sticht ein weiteres Merkmal ins Auge: Grafs literarischer Zugang zum jeweiligen Thema. Wie er das von gegenseitigem Misstrauen und Heuchelei geprägte Kleinstadtbiotop im fränkischen Eisenstadt an der Grenze zu Tschechien hart ausleuchtet, erinnert an Theaterstücke von Franz Xaver Kroetz und Martin Sperr. Der rote Strich auf dem Fußboden des Gasthauses, der die Gäste in zwei feindliche Lager teilt , ist ein rein literarisches Symbol . Die einen meinen, dass der geistig behinderte Ecco vor elf Jahren die achtjährige Sina Kolb ermordet hat, die anderen halten den Mann, der seitdem im Gefängnis sitzt, für unschuldig, zumal die Leiche des Kindes nie gefunden wurde. Die Geschichte erinnert an den realen Fall der neunjährigen Peggy im Mai 2001: ein 23 jähriger geistig behinderter Mann legte zunächst ein Geständnis ab, widerrief es aber später. Auch Peggy ist spurlos verschwunden. Ein Anwalt betreibt nun die Wiederaufnahme des Verfahrens, weil die Zeugenaussage von zwei Buben vom Gericht ignoriert worden ist: die beiden heute erwachsenen Männer bestätigen jetzt wieder, dass sie Peggy gesehen haben, wie sie in ein Auto mit tschechischen Kennzeichen stieg. Im Auto sei noch ein anderes, etwa zehnjähriges Mädchen gesessen. Diese These, die ins Milieu der Kinderprostitution verweist , verfolgt Dominik Graf mit seinem aus Berlin nach Eisentadt versetzten Ermittler Tanner, der gegen massive Widerstände der lokalen Behörden und sogar der bayerischen Staatskanzlei den Fall neu aufrollt. Ronald Zehrfeld spielt den wahren Hüter des Gesetzes mit einer körperlichen Wucht, dass am Ende nicht nur er, sondern auch der Krimi-Freund vorm TV-Gerät ziemlich mitgenommen ausschauen.

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Schlag den Lanz!

Von Günter Verdin/

Thomas Gottschalk ist der Entertainer, Markus Lanz der Show-Arbeiter, der sich redlich bemüht. “Wetten, dass…?” mit Gottschalk war eine internationale Show, in der der Zuseher jederzeit mit Überraschungen rechnen durfte ( und das hielt die Spannung zumindest oft auch über drei Stunden am Köcheln ). “Wetten, dass…?” mit Markus Lanz ist , wenn man die Premiere zum Maßstab nimmt, zu Hause angekommen, also ziemlich provinziell. Da ändert auch die “Schlag den Lanz”-Wette nichts, in der der sportliche Moderator sich mit Herausforderern aus dem Publikum misst. Nicht nur bei der Regie, der sämtliche dramaturgische Fäden entglitten , auch beim Ü-Technik-Team des ZDF muss heftig nachgebessert werden. Und der sehr telegene, sehr sympathische Lanz sollte aufhören, eine Samstagabend-Show in eine zähflüssige Talkshow mit begrenztem Informationsgehalt zu verwandeln. Also, um es kürzer als die sich offensichtlich naturgesetzlich selbstauswalzende Sendung zu machen: bitte viel mehr Show, mehr Action, und , ach, weniger Geplauder. Dann könnte “Wetten,dass…?” wieder mehr werden als nette Samstagabend-Unterhaltung, wo man nix versäumt, wenn man zwischendurch mal ein Vollbad nimmt, oder aufs Klo muss.

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